Hallo Hansi,
ich freuen mich sehr über Deinen Beitrag, vielen Lieben dank für die aufmunternden Worte, sie haben mich sehr berührt und mir Mut gemacht.
Du hast mir gezeigt, dass auch ich kämpfen muss und lernen kann (muss) mit der Krankheit zu leben. Auch ich muss schauen, dass unsere Existenz bestehen bleibt. Ich bin zwar nicht selbstständig, wir haben uns jedoch erst vor 2 Jahren ein Häusschen gekauft und da macht man sich schliesslich auch Gedanken.
Ich habe die letzten Tage nichts geschrieben, da ich zunehmend Probleme mit dem Sitzen habe und die meiste Zeit im Bett oder auf meinem Fersehsehsessel verbracht habe.
Vorgestern habe ich nun auch meine letzte Infussion erhalten, aber besser geht es mir nun wirklich nicht. Im Gegenteil zu den Schmerzen die ich eh schon habe, wird mir ständig schlecht und ich werde immer schwächer, bekomme ständig Schweissausbrüche und fange an zu zittern und apathisch zu wirken. Meine Mutter meint, dass das auch von den Schmerzen kommt, da wenn die Nerven betroffen sind, es sich auf den ganzen Körper auswirkt.
Gestern hatte ich nun auch schon einen Termin bei einem Professor der Neurochirugie. Der Professor meinte eine Indikation zur OP besteht bei L5/S1, da die Nerven geklemmt seien. Man könnte mit einem mikrochirugischen Eingriff den Teil (ca. 4 Gramm der Bandscheibe) entfernen, der auf den Nerv drückt. Fixieren bzw. die anderen Vorfälle behandeln sollte man nicht, da es da auch noch ohne OP zur Besserung kommen kann. Der Professor hat natürlich nicht gesagt, dass ich mich opererien lassen muss, schliesslich wäre die Operation nicht lebensnotwendig. Er meinte, wenn ich zu ihm sage, dass ich zu sehr eingeschränkt bin und die Schmerzen nicht aushalten kann, dann wird er mich operieren. Grosse Hoffnung, dass es ohne OP wieder wird hat er mir jedoch auch nicht gemacht, wenn überhaupt eine Linderung eintritt, dann wird es Monate dauern bzw. könnte es sich auch verschlimmern. Er meinte auch, dass dieser Unfall so oder so passiert wäre, dass das nichts mit Ernährung oder schlechter Lebensweise zu tun hat, sondern genetisch bedingt ist und der untere Teil meiner Wirbelsäule ein Schwachpunkt ist. Sein jüngster Patient war 13 Jahre, den hat er nach der OP nicht mehr behandeln müssen, da er sich wieder erholt hat.
Ich habe auch die Narbenbildung angesprochen, da sieht man bei mir kein allzu hoches Risiko, da ich bereits in der Vergangenheit diverese OP´s an den Beinen hatte, da ich bereits 2 schwere Motorrollerunfälle hinter mir habe. Irgendwie bin ich doch ein Pechvogel.
Der Eingriff soll über einen ca. 2-3 cm grossen Schnitt gemacht werden, OP-Dauer ca. 1 Stunde und danach ca. 10 Tage Krankenhaus. Die Schonzeit nach der OP sei ganz wichtig. Nach 3 Tagen wäre man zwar wieder relativ fit, doch genau das wäre das Problem der meisten Leute, die sich dann schon nicht mehr richtig schonen, deswegen behält man die Leute gerne länger im Krankenhaus. Danach wären ca. 6 Wochen zu Hause vorgesehen, bevor ich wieder die Arbeit (arbeite im Büro) aufnehmen könnte. Von einer REHA würde er wahrscheinlich sogar absiehen bzw. wann dann erst später, dass nicht gleich soviel gemacht wird.
Nach diesen Sätzen des Professors war mir dann erst mal so übel, dass ich mich hinlegen musste und er mir ein Glas Wasser reichte.
Ich habe diese Woche auch einen Mann (ca. 40 Jahre alt) beim Arzt kennengelernt, der im Januar einen Bandscheibenvorfall hatte, der wurde von einem Orthopäden operiert, dann ging es ihm wieder ganz gut, bis zur REHA. In der REHA haben die ihn wohl wieder kaputtgemacht, jetzt hat er solche Schmerzen, dass er nur noch an Krücken gehen kann und auch sehr frustriert ist.
Naja, irgendwie geht´s wohl immer weiter. Ich bin wie durch den Wind, also sorry wenn ich auch so durcheinander schreibe. Schreib halt wie ich es gerade im Kopf habe. Ich kann zur Zeit nämlich keinen klaren Kopf fassen, schlafen tue ich auch fast nicht mehr, däfur rauche ich um so mehr und überhaupt dreht sich alles nur noch um die Bandscheiben. Gott sei dank, habe ich eine liebe Familie und eine handvoll gute Freunde die mir bei Seite stehen.
Nach meinem jetzigen Standpunkt, werde ich mich auch für die Operation entscheiden, auch wenn ich grosse Angst davor habe. Da ich jedoch von Natur aus ein ziemlich ungeduldiger Mensch bin (ich weiss, dass kann ich für die Zukunft vergessen, dass braucht viel Zeit und Geduld).
Ich sehe die OP zur Zeit als die beste Möglichkeit auf eine Besserung und wenn ich für nächste Woche einen Termin bekomme, warum sollte ich dann noch länger rumliegen und mir den Kopf zerbrechen? Mit etwas Glück macht der Prof die OP auch selbst und ich habe eigentlich schon vertrauen in ihn.
Ich würde mich jedoch freuen, wenn mir vielleicht noch jemand seine Meinung zu meinem Vorhaben schreibt.
Ich grüsse Euch alle und Kopf hoch!
Undine