Hallo zusammen!
Grundsätzlich finde ich die Schmerzkonferenz eine sehr gute Idee. Allerdings auch nur dann, wenn sie wirklich vernünftig durchgeführt wird.
Ich musste da leider ein Negativbeispiel erleben (warum eigentlich immer ich?), und zwar an der Uniklinik in Mainz.
Ich lag wegen meiner fortbestehenden und therapieresistenten Schwindelbeschwerden und Nacken-Kopfschmerzen dort in der Neurologie. Untersuchungen wurden in den ersten 3 Tagen auf neurologischem Gebiet durchgeführt, beim HNO und ich hatte ein Erst-Gespräch mit einer Psychotherapeutin. Zusätzlich auch noch Physiotherapie.
Nach der neurologischen Untersuchung meinte der Stationsarzt, dass die Beschwerden ja schon sehr heftig seien und mit ziemlicher Sicherheit noch Unfallfolge seien. Er werde sich bemühen die Diagnostik auszuweiten um der Ursache auf die Spur zu kommen. Da war er wirklich (noch) nett.
Auch von der Psychotherapeutin hatte ich beim ersten Mal einen sehr guten Eindruck. Sie war sehr offen, meinte nach der ersten Sitzung aber, dass zwar meine Psyche angegriffen sei, das aber wohl eher eine
Folge der jahrelangen Beschwerden und Ungewissheit sei. Auf
keinen Fall liege aber dort eine
Ursache für meine Beschwerden.
Dann haben die entsprechenden Ärzte und Therapeuten sich - mit meiner Zustimmung - zusammengesetzt und - ohne mich - über meinen Fall beratschlagt (Stationsarzt, Chefärztin, Psychotherapeutin und Physiotherapeut; der HNO hatte nur einen Bericht abgegeben: o.B.). Soweit fände ich das ja auch noch o.k. Aber was dann kam fand ich nur noch heftig...
Ab sofort schlug das Bild total um. Der Stationsarzt und die Chefärztin sagten plötzlich beide, dass es eine rein psychische Sache bei mir wäre und ich eigentlich auf der Neurologie falsch wäre. Sie würden mich aber trotzdem noch gerne eine Woche dort behalten, damit ich weiterhin psychotherapeutische Gespräche und KG bekommen könnte. Dazu wären die Bedingungen in der Klinik weitaus besser als ambulant zu Hause. Trotz Zweifel habe ich dem zugestimmt, da ich einerseits dachte, ein paar gute psychotherapeutische Gepräche können nicht schaden und auch dachte, ich würde dann mehr und intensiver KG bekommen als zuhause... dachte!
Die Psychotherapeutin war dann beim zweiten Gespräch auch wie ausgewechselt. Plötzlich sagte auch sie mir, dass die Beschwerden eindeutig eine psychische Ursache hätten. Leider habe ich damals nicht den Mumm gehabt, sie auf ihre Aussage beim ersten Gespräch anzusprechen.
Die nächste Woche da im KH war echt horrormäßig. Alle behandelten mich wie eine Simulantin, ich bekam Medikamente, man sagte mir aber nicht, was das ist (hinterher habe ich gesehen, dass das Psychopharmaka waren!) und ich bekam einmal am Tag für 20 Min. KG. mehr nicht.
Ich habe dann immer wieder auf meine Beschwerden hingewiesen, aber keiner hat reagiert. Als ich an einem Tag aufgrund einer falschen Kopfbewegung extremen Schwindel hatte und mich häufig deshalb übergeben musste, hat das auch keiner ernst genommen. Ich bin sogar umgekippt und selbst daran haben die sich nicht wirklich gestört (ist ja eh alles psychisch)! Im Bericht stand dann lediglich was von psychogenem Erbrechen und so weiter. Man, da werde ich jetzt noch wütend...
Ich der Zeit habe ich mir dann auch allen Mut zusammengenommen und die Chefärztin gebeten, doch auch ein neurochirurgisches Konsil zu machen, da ich durch entsprechende Fachliteratur um die Verletzungsmöglichkeiten im Kopfgelenksbereich wusste und vorher schonmal ein Arzt vermutet hatte, dass da die Ursache liege. Daraufhin sagte sie mir nur, dass da nichts sein könnte und dass das Unsinn wäre. Zitat: "Wenn wirklich bei dem Unfall Bänder gerissen sind, wovon ich nicht ausgehe, dann wären die jetzt nach 3 Jahren sowieso schon längst wieder zusammen gewachsen."
Entlassen worden bin ich dann mit einer Einweisung in eine psychosomatische Reha (die Einrichtung glich aber eher einem Knast - aber das ist ein anderes Thema). DIese Reha habe ich jedoch in Absprache mit dem Kostenträger nicht angetreten, sondern habe 2 Monate später einen Neurochirurgen aufgesucht. Diagnose: Riss oder Anriss der Kopfgelenksbänder!
Oh, jetzt bin ich wohl etwas vom Thema abgewichen. Dabei wollte ich eigentlich nur darstellen, dass ich mit einer Art Schmerzkonferentz arg auf die Schn... gefallen bin.
Grundsätzlich, wenn sowas vernünftig läuft, finde ich diese Einrichtung aber trotzdem gut.
Euch allen viel Erfolg dabei.
Viele Grüße
Alexandra