Bandscheiben-Forum

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> MRT 1,0 Tesla, Ist das denn noch gültig ?
chrissi40
Geschrieben am: 03 Jul 2007, 19:23


fleißiger Engel
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Hallo @ll

ich möchte gerne mal wissen ob ein MRT gerät mit 1,0 Tesla Feldstärke denn

überhaupt zur Diagnostik von Wirbelsäulendegeneration

und Bandscheibenvorfällen noch Gültigkeit hat ?

Könnte es möglich sein das aufgrund von unterschiedlichen Geräten

von 1,5 Tesla zu 1,0 Tesla auch unterschiedliche Beurteilungen entstehen

können ?

Danke und liebe Grüße von chrissi

PM
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melle
Geschrieben am: 03 Jul 2007, 22:40


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Hi Chrissi, :;

aaaaaaaaaalso, hier mal ne kleine Einführung in Sachen MRT (zumindest in das, was ich darüber weiss):

Heute das Thema: Unterschiede bei den verschiedenen T(esla)s und deren Auswirkung auf's Bildle. Was beeinflusst noch die Qualiät der Bildgebung??

Also, eine 'gute' Diagnose in punkto WS-Angelegenheiten hängt von einer Menge Faktoren ab: Was die MRT-Bildermachsituation an sich betrifft, (nebst natürlich dem zu verbildlichendem Körperteil) haben Einfluss:

1. die Maschine
2. der Radiologe/die radiologischen Praxis

Zu 1:
(a) was die Maschine an sich angeht, so ist es nur relativ wichtig, ob Du z.B. eine 1T, 1,5T oder eine 2T Maschine als 'Bildgeber' hast (im universitären Bereich werden bei der Hirnforschung, innerhalb z.B. der Aphasie-Forschung, hauptsächlich immernoch 1,5Ts verwendet, während meine WS- Aufnahmen immer mit einer 2T Maschine gemacht werden und die NCs später trotzdem über die Qualität meckern).

Trotzdem, hier mal
(b) die Tesla-Stärke und ihre Auswirkung auf die Schichtaufnahmen (Schnittdichte):
-0,3-Tesla - 0,6-Tesla-Maschinen: Bilder von Sektionen von 10mm
-1-Tesla reduziert schon mal auf 7 mm
-1,5-Tesla Systeme verschmälern auf 5 mm
-3-Tesla Maschinen (der derzeitige Mercedes unter den Mrt-Röhren), geben (z.B. beim Kopfscan) nur noch 3 - 4 mm Schichten (können dann, je nach Radiologe, beim Erheben von 'ultra-thin sections' auch schon auf bis zu 1 mm reduziert werden). Der Gebrauch selbiger Maschinen ist in Deutschland aber noch sehr unüblich. Beim MRT der Brust kann man mit so 'ner Maschine sogar eine Resolution von 0,2 mm erreichen...

Ihr seht, theoretisch geht sehr viel, aber, da ist ja noch...
(c ) der Radiologe/die Praxispraxis (nettes Wort *lol*)...
Vieles hängt halt (leider) auch an ihm bzw. die dem Radiologen möglichen Gegebenheiten wie z.b. Analyse-Programme (z.b. ob Prozedere zur Normierung von Protokollen - designed für z.B. Eliminierung 'überflüssiger' "signal-to-noise"- Effekte - genutzt werden) und, nicht zu vergessen, der Routine/des Könnens des Radiologen (wann er welche Maschine, so denn zur Verfügung stehend, einsetzt - also mit welcher er am routiniertesten zu gewünschten Bildern kommt - auch abhängig von der Qualität seiner Ausbildung) und dem richtigen RICHER des Radiologen bzw. dem Wissen darüber, nach was er gucken muss (auch abhängig von seinem neurochirurgischen/orthopädischen Wissen sowie dem detaillierten Ausfüllen des vorherigen Fragebogens seitens des Patienten), wann für welche Stelle welcher Spulenwechsel zu erfolgen hat etc. - Ähnlich wie bei einem Photographen...
Auch wichtig, wie hätte es anders sein sollen, der Faktor Geld: manche Radiologen (zumindest in den US als Problem weit verbreitet), verwenden ihre 3T Maschinen nicht, um der Maschine eigene optimale(re) bilder zu 'entlocken', sondern einfach weil sie mit diesen Maschinen eine adäquate Bild-Gebung in nur 20 min erreichen, für die sie bei einer 1,5T maschine 30 min bräuchten. => sie können halt dementsprechend mehr Patienten pro Tag durchschleusen... ob das wohl in Deutschland anders ist... :kinn

So, ihr Lieben, nächste Woche gibt's, wenn ich's zeitlich hinbekomme, dann

Teil 2: 'MRT-picturing for Dummies' oder "Was genau knipsen die da eigentlich und wie funktioniert denn das nu ??" :z

Damit wir alle nicht nur die NCs, sondern nun auch Radiologen wahnsinnig machen können ... :total


LG,
-melle :sonne
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Ralf
Geschrieben am: 04 Jul 2007, 09:33


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Hallo Chrissi und Melle,

zunächst einmal Danke für die ausführliche Erklärung an Melle :klatscht

Generell ist noch anzumerken, daß die OpenMRT-Geräte fast alle mit einer niedrigeren Auflösung fahren, dabei, bedingt durch den Einsatz einer anderen Software, auch sehr gute Bilder entstehen.

"Alte" geschlossene Systeme sollten schon um 1,5 T haben, damit die Aufnahmen auch brauchbar sind.

Es gibt auch schon (so habe ich es gehört) Geräte, die um die 6 Tesla haben. Diese sind jedoch schon wieder bedenklich, da sie Lichtblitze in den Augen hervorrufen.

Noch etwas, was man auch hier im Forum immer wieder liest: Man sollte den MRT-Bildern nicht unbedingt eine zu hohe Wertigkeit einräumen, denn das wahre Ausmaß einer Schädigung sieht man immer erst "vor Ort".

Liebe Grüße

Ralf :winke
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chrissi40
Geschrieben am: 04 Jul 2007, 16:42


fleißiger Engel
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Hallo Ralf,

hast du mal selbst ein Belastungs-MRT machen lassen ?
Meinst du das es ratsam wäre wenn auf dem normalen MRT die
Facettengelenke zwar Arthrose haben aber man sieht ja eigentlich nicht bei Bewegung wie die Gelenke sich zueinander verhalten ?
Auf meinem neuen MRT hab ich plötzlich keine Spondylarthrose mehr,
weiß jetzt nicht so richtig was ich machen soll.
Das heißt die Bilder sind identisch laut WS chirurg,aber im Bericht nicht aufgeführt,
man sieht auch deutlich die dicken Stellen, wie kann soetwas kommen?
Würdest du denken das ein CT angebracht wäre?
Würde man das besser sehen?


LG chrissi

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Ralf
Geschrieben am: 04 Jul 2007, 17:01


Admin
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Hallo Chrissi,

meiner Meinung nach bringt Dich ein Belastungs-MRT hier nicht wirklich weiter, genau so wenig wie ein CT.

Ich denke da eher, daß ein MRT nur von dem betroffenen Bereich gemacht werden sollte. Hier kann der Radiologe dann andere Bildschitte setzen und enger scannen, sodaß die Bilder dann detailreicher sind.

Hast Du Dir diesen Beitrag mal durchgelesen? Was ist Arthrose?

Liebe Grüße

Ralf :winke
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melle
Geschrieben am: 04 Jul 2007, 18:38


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Hi Chrissi, :;

also dass auf neueren Bildern manches nicht mehr aufgeführt wird, liegt u.a. vielleicht auch an der 'Unlust' des Radiologen, sich/andere zu wiederholen ? (ich hab auf meinem letzten Röntgen plötzlich auch keine Skoliose mehr und Osteochondrose und Arthrose sind auch weg, und der Atlasring.) - Juhu, Spontanheilung... :klatscht
Mir scheint, manche Radios nennen bei neueren Bildern, so denn sie die Alten zum Vergleich vorliegen haben, primär nur noch die 'Neuigkeiten'... Musst also, wohl oder übel, immer alle Bilder mitschleppen... Find's ja deshalb auch immer beruhigend, wenn ein Doc solche Bilder selber lesen kann...
Naja, was deine Arthrose im Endeffekt in einer 'Funktion' (=Bewegung/Belastung) anrichtet, würdest/wirst Du ggf. nur in einem Funktions-/BelastungsXX rausfinden. Es gibt ja MRT-Maschinen, in denen man sitzen kann. Aber bzgl. z.B. Stehen ? Laufen? hmm :kinn Das Problem dürfte bei CT-Geräten nicht anders sein (ausser Du kippst eins in die Vertikale...*gg*)

Noch was zur MRT-Mangetstärke:
Der derzeitige Titan unter den MRT-Geräten ist die neue 8 Tesla UHF (Ultra-high Field) Ganzkörper-MRT Maschine (seit Frühling 2007 auf dem US-Markt, glaube ich). Sie wird z.Zt., na ja, sagen wir mal, wohl eher 'spielerisch' an einer handvoll der grossen Unis in den Staaten genutzt -> aufgrund der Erfurcht vor der Stärke wohl noch hauptsächlich für Tier-MRT Bilder (z.B. OHIO State University). :tritt Das Medical Center des 'rennomierten' MIT benutzt diese Geräte aber auch schon, um z.B. mini-Einsichten in die graue Substanz des Hirns zu erlangen. Es gibt aber, wie schon zu Zeiten der Einführung der 3T-Maschinen, die Diskussion über nicht-vorhersehbare (Langzeit-)Schäden, etc... Und, wie Ralf schon andeutete, ist bei so einem hohen Magnetfeld eine Schutzbrille Pflicht. Und klar, selbst die können nie das ganze Ausmass einer ROI (Region of Interest) erfassen (siehe auch nochmal Ralf's Punkt zur Arthroseuntersuchung). Sonst wär's Operieren ja langweilig...

Was die 1,0T Maschinen angeht, klar, sind sie halt nicht grad 'der Hit', da ja schon teilweise (zu?) alt. Allerdings wurden/werden sie trotzdem (je nach Gerät, und dem primären Einsatzgrund, WS, Kopf, funktional?, etc) noch gerne genutzt (klar, haben ja auch nich grad wenig gekostet). Habe mal eben bei einem Online-Versand nach MRT-Scannern geguckt:*zwinker*

Da sieht man dann, dass T-Stärke nicht gleich alles ist... vielmehr gilt scheinbar das Alter (nebst anderen Kriterien)...

Hier mal der Vergleich:
- 1999 GE Signa Horizon LX 1.0T CXK4 MRI $540,000
vs.
- 1994 Siemens Impact 1.0T MRI $135,000


Ähm, würde beim Kauf aber darauf bestehen, dass der Verkäufer die Transportkosten trägt (wiegen ja ein paar Tönnchen...). :z

LG,
von der Melle
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