Name: Ralf Scholz
Geboren: 15.10.1952
Verstorben: 29.05.2010
Verheiratet: mit Heidi, die Silberhochzeit haben wir hinter uns
Kinder: einen Sohn und eine Tochter
Beruf: Ex-Einzelhandelskaufmann, nun EU-Rentner
Hobby: Modelleisenbahn H0, Videografieren, alles rund um den PC
Anschrift: http://www.scholz-castrop.de

 

Chronik zur Krankheit:

Im Jahre 1984 begann ich meine Karriere als Bandscheibenpatient. Mit einem plötzlich auftretenden, nie gekannten heftigen Schmerz im Kreuz begann eine Odyssee von Arzt zu Arzt. Die erste Anlaufstelle war natürlich mein Hausarzt, der versuchte, mich mit Spritzen, Mikrowelle, Fango und Massagen wieder flott zu machen. Als nach einem Monat immer noch keine Besserung in Sicht war, wurde dann ein Orthopäde hinzugezogen, welcher nach Röntgenbildern entschied, dass ich eine Verkrümmung der Wirbelsäule hatte, einen Beckenschiefstand, welcher mit Einlagen korrigiert wurde. Einen Bandscheibenschaden schloss er kategorisch aus. Da aber alle Maßnahmen nicht den erwünschten Erfolg hatten, wurde ich nach Haltern in das St. Sixtus-Krankenhaus eingewiesen. Mittlerweile lahmte das linke Bein so stark, dass ich es regelrecht nachziehen musste. Im Krankenhaus (Belegbetten des Orthopäden) pfuschte man weiter an mir herum, indem man mit mir alles anstellte, was Geld einbrachte. Es wurde gespritzt, untersucht und zum Schluss wurde ich 3 Tage in Schlaf versetzt. Dann kam der Zeitpunkt, wo der Orthopäde als Wunderheiler auftrat. Die Station wurde nämlich geschlossen, da der Herr Doktor in Urlaub fahren wollte. Ich durfte mir anhören, dass er bei mir eh nichts mehr machen könne und es eh nicht verstehen würde, dass ich auf alle Behandlungen therapieresistent sei. Mit diesen Worten war ich dann entlassen. Mein Hausarzt schickte mich dann zum Neurologen, der mir dann nach neurologischer Untersuchung Massagen und Fango verschrieb. Eine wöchentliche Wiedervorstellung und Untersuchung war Pflicht, da er den Krankenschein immer für eine Woche verlängerte. Mein Problem war, obwohl ich massive Ausfälle hatte, dass neurologisch keine Anzeichen dafür vorlagen. Nach ca. 6 Monaten hatte auch der Neurologe kein Einsehen mehr mit mir und sagte mir wörtlich „Sie müssen sich mal langsam damit abfinden, wieder arbeiten zu gehen, aber wir können ja noch zur Sicherheit mal eine Computertomographie machen.“ Nun wusste ich, ich war ein Simulant! 

Die Computertomographie brachte dann einen Bandscheibenvorfall L4/L5 zum Vorschein. Jetzt ging alles recht zügig vonstatten und 5 Tage später erfolgte dann eine Myelografie. Laut damaliger Aussage der Ärztin war es dringendst angeraten, eine Operation durchzuführen, welche dann auch im September 1984 im Knappschaftskrankenhaus in Recklinghausen durchgeführt wurde. Die Operation war von Erfolg gekrönt, zumindest was die Lähmungen betraf und auch die fiesen Schmerzen waren weg ------zumindest momentan. 

In dem Glauben, nun wäre die Sache ausgestanden und alles wäre wieder beim Alten, wurde ich nach 12 Tagen aus dem Krankenhaus entlassen. Eine Anschlussheilbehandlung fand dann im Januar 1985 in Bad Driburg statt.

In den darauffolgenden Jahren wurde ich immer wieder daran erinnert, dass ich ein Bandscheibengeschädigter bin. Hauptsächlich im Frühjahr und Herbst hatte ich regelmäßig heftigste Schmerzen, die aber mit Spritzen, Mikrowelle, Rotlicht, Massagen und Fango nach 2-3 Wochen wieder verschwanden.

Das Jahr 1992 unterschied sich insofern von den anderen Jahren, indem ich damals 8 Wochen Spaß mit meiner Wirbelsäule hatte. Jahre später wurde eine CT von meiner Wirbelsäule gemacht, wobei zum Vorschein kam, dass ich an L5/S1 auch einen Bandscheibenvorfall hatte. Nun war für mich klar, warum ich 1992 so lange Schmerzen hatte.

Hier ist übrigens der Beweis, dass sich Bandscheibenvorfälle auch ohne Operation zurückbilden, bzw. sich nach einer gewissen Zeit von alleine beruhigen.

Für alle neu Betroffenen sei gesagt, dass man zunächst einmal abwarten sollte und nicht immer sofort auf Betreiben der Ärzte eine Operation durchführen sollte, zumal die Operation nicht das Allheilmittel ist. Diese Empfehlung ist natürlich von Fall zu Fall zu betrachten und keine allgemeine Regel.

.....und dann kam das Jahr 2001, man schrieb den 08.März. Jäh wurde ich aus dem ganz normalen Alltag herausgerissen, nachdem ich im Kreuz einen Schmerz verspürte, der mir die Tränen in die Augen schoss und mich zu einer Salzsäule erstarren ließ. Der Samstag war gelaufen und bestand nur noch aus Liegen. Da wir bei Bekannten in der Pfalz waren, und am Sonntag zurückfahren mussten, wurde noch ein Notarzt aufgesucht, der mir die Heimfahrt mit zwei Spritzen versüßte. Es war die längste Heimfahrt.....

Am Montag suchte ich dann meinen Hausarzt auf, der mir ausser Spritzen und Schonung erst mal auch nicht weiterhelfen konnte. Nachdem sich die ganze Sache eher noch verschlimmerte als verbesserte, wurde ich am 23.03.01 zur CT und zur Neurologin überwiesen. Die CT ergab einen erneuten Bandscheibenvorfall L4/L5. Die Neurologin führte mit mir eine Schmerztherapie durch. Da aber alles nicht half, wurde ich noch bei zwei Orthopäden vorstellig, besuchte in Recklinghausen und Herne zwei Krankenhäuser zwecks OP. Einhellige Meinung der Orthopädie und Neurochirurgie war, man könne zwar operieren, würden es mir aber nicht empfehlen, da der BSV L4/L5 beidseitig und der BSV L5/S1 mediolateral bei einer OP versteift werden müsse (früher oder später).

Mittlerweile schrieben wir Mai und da die Bemühungen meines Hausarztes mit Akupunktur und KG auch nicht zum Erfolg führten, stellte ich einen Reha-Antrag bei der BfA, in der Hoffnung, dass in der Kur alles in den Griff zu bekommen sei. Umso erstaunter war ich, als ich im Juni die Ablehnung der BfA in Händen hielt, ich wäre in meiner Erwerbsfähigkeit nicht gemindert und daher nicht kurfähig. Natürlich ging ich in Widerspruch, was ein Gutachten nach sich zog, welches im Oktober durchgeführt wurde. Die Ärzte, die ich regelmäßig besuchte, verschanzten sich nun hinter dem Antrag auf Reha und so lernte ich einen Spruch kennen, der mich eine ganze Weile begleitete, „warten wir´s mal ab“

Da der Gutachter die Dringlichkeit einer Reha in dem Gutachten sehr wohl erkannte, nahm er sich vier!! Monate Zeit, das Gutachten zu erstellen. Anfang März 2002 bekam ich dann Bescheid von der BfA:
„Ihrem Antrag wird im Eilverfahren stattgegeben“. Am 16. März trat ich dann die Reha in Bad Salzuflen an.  Bei der Eingangsuntersuchung wurde mir dann mitgeteilt, dass sie mir auch nicht helfen können, aber versuchen wollen, meine Schmerzen zu lindern. Das Einzige, was in der Reha geschafft wurde, man nahm mir meinen Gehstock weg und gab mir dafür zwei Unterarmgehhilfen, um die Statik zu verbessern.

Die Gehhilfen benutze ich, da ich Lähmungen im rechten Bein habe und schon einige Male hingefallen bin.

Im September stellte erstmalig eine Neurologin die von mir beklagten Lähmungen fest. Bis dahin galt ich ja als Simulant, was mich aber nicht weiter störte, da ich ja schon Erfahrung mit Simulationen aus 1984 hatte.

Im Juli stellte ich auf Antrag der Krankenkasse einen Rentenantrag, der aber von der BfA am 26.08. abgelehnt worden ist.  Nach Widerspruch musste ich im November zu 2 Gutachtern, Neurologe und Orthopäde.

Im März 2003 bekam ich nun Bescheid von der BfA, EU-Rente ab April 2003, rückwirkend zum 10.03.2001.

Somit ist zumindest das Finanzielle geregelt. Nun muß ich nur noch gesund werden *g*

Stand: 30.05.2010